Ach du meine Fräse!

September 27, 2014

Vor einiger Zeit erzählte mir ein guter Freund, dass das deutsche Wort „Fräse“ vom französischen Wort „fraise“ (Erdbeere) stammt, was ich ihm, in Ermangelung eigener französischer Sprachkenntnisse und einer halbwegs vollständigen optischen Vorstellung von Fräsen und Erdbeeren, auch widerspruchslos glaubte.

Nachdem mich meine lieben KollegInnen gestern unter Zuhilfenahme von Kaffe, Kuchen und Gummibärchen aus einer französisch beschrifteten Tüte wieder einmal in den Zustand der ungehemmten Redseligkeit überführten, erlaubte ich es mir doch, nach der Entdeckung von Erdbeer-Gummibärchen, die Behauptung meines Freundes wieder in den Raum zu stellen. Da die Reaktionen aber eher im Bereich der Heiterkeit denn der Anerkennung meiner mittlerweile doch recht ansehnlichen Sammlung völlig unnützen Wissens lagen, präsentiere ich der Welt hiermit den eindeutigen optischen Nachweis, dass mein Freund Recht hat (und ich damit selbstverständlich auch!). Dass „fraise“ laut leo.org nebenbei auch noch „Halskrause“ heißt, soll bei der Beweisführung nicht sonderlich hinderlich sein:

Fräse

(Bildquellen: Erdbeeren von „Strawberries“ by James Lee, Erdbeerkostüm von „Tastes like… strawberries“ by Alice Bartlett, Bruno Schäfer und Fräse Wikimedia Commons)

Übrigens, wenn man auf Französisch sagt, dass man einen Erdbeerfleck aus seiner Halskrause mit der Fräse entfernt hat, dann schüttelt das bei Menschen, die Französisch können, so heftig das Gekröse durch, dass es einen ähnlichen Effekt wie der tödlichste Witz der Welt hat.

So, bevor ich hier noch mehr völlig unbewiesene aber offensichtliche Wahrheiten verbreite, halte ich lieber mal meine Fräse…


Das waagt ihr nicht!

Juni 30, 2014

Unsere alte voll-mechanische Personenwaage (Baujahr 1970) ist ein beliebtes Spielzeug für unsere Töchter. Als ich mich neulich mal wieder wiegen wollte, zeigte sie plötzlich 120 kg an. Nein, selbst nach ausschweifenden Grill-Abenden wiege ich nicht so viel. Das Geheimnis war die Justierschraube an der Waage. Unsere Kinder haben sie so weit gedreht, dass das Anzeigeblatt eine komplette Runde gemacht hat und wieder auf Null stand. Nur dass die Messwerte völlig daneben waren. Also habe ich die Anzeige wieder eine ganze Runde zurück auf Null gekurbelt. Danach  zeigte die Wage mir interessanterweise an, dass ich 65 kg wiege. Naja, so ein Hungerhaken bin ich mit 1.90 m Länge nun auch wieder nicht. Abgestiegen, aufgestiegen – Anzeige auf 90 kg. Lange Rede kurzer Sinn: Die Waage war nun also völlig ausgeleiert und zeigte die Werte mit einer so grossen Toleranz an, dass man mit ihr nur noch feststellen konnte, ob man unter Mager- oder Fettsucht leidet.

Ich war meinen Kindern sehr dankbar für die Gelegenheit, mal wieder ein spontanes Geschenk kaufen zu können. Und wenn schon eine Waage, dann bitte eine richtige tolle neue moderne, die auch mein Techie-Herz hüpfen lassen sollte. Eine kurze Webrecherche offenbarte mir, welche sagenhaften neuen Features die Waagen in den letzten 40 Jahren dazugelernt hatten. Da gab es Körperfettmessung, die laut Testberichten allerdings kaum etwas taugten, Sprachausgabe, Personenwaagen mit WLAN oder Bluetooth um die Messergebnisse in eine App zu übertragen und sogar begleitende Luftqualitätsmessungen. Wow! Richtig sinnvoll erschien mir nur die Übertragung der Messergebnisse in eine App, so dass man auch mal eine Statistik über die eigenen Fress-, Diät-, Sport- und Faulheitsattacken sieht.

Also ging es in der nächsten Mittagspause ab in die Stadt, Personenwaage shoppen. Ein Ereignis, das nur alle paar Jahrzehnte auftritt. Im ersten grossen Laden angekommen, lese ich mir die Verpackungen dieser superneuen  Waagen durch: „Überträgt ihre Messergebnisse automatisch an die Webseite der Hersteller, die sie dann mit einer speziellen App auf ihrem Smartphone wieder anzeigen lassen können.“ Ääähhh, wie jetzt?! Ich will die Messergebnisse von der Waage auf mein Smartphone übertragen, nicht irgendwelchen Anbietern in Geiselhaft übergeben. OK, dann eben ein anderer Hersteller. Mist, fast wortgleicher Text. Nächste Waage: „Falls Sie ein bestimmtes Gewicht erreichen, werden automatisch ihre Facebook-Freunde benachrichtigt“. WAAAAAAAAAS!? Sagt mal, habt ihr sie noch alle? Wer um alles in der Welt kauft so einen hirnverbrannten Mist? Also ab in den nächsten Laden, es muss ja wohl irgendwo noch Personenwaagen geben, die einfach nur die Messergebnisse aufs Handy übertragen können, oder?! Leider wiederholte sich das Spiel in jedem Laden der Stadt, die Waagen verkaufen, auf die sich Personen stellen können. Unglaublich, aber ich habe am Ende die technisch so gut wie rückständigste Waage gekauft, die heutzutage überhaupt erhältlich ist. Fast vollständig aus Metall, formschön, superflach und (der einzige Unterschied zu ihrem 40jährigen Vorgängermodell) mit digitaler Anzeige.

Die Lösung für mein „Problem“ der Übertragung der Messergebnisse war auch schnell gefunden:

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Auf meinem Android-Handy habe ich den freien App-Store F-Droid installiert …

highres-icon

und dort die App Droid Weight installiert.

Jetzt kann ich am Morgen mit dem Handy in der Hand auf die Waage steigen und einfach den angezeigten Wert in Droid Weight übertragen. Da sich Droid Weight den zuletzt eingegebenen Wert merkt, muss man meistens nur noch um ein oder zwei Schritte (0.1 kg) nach oben oder unten korrigieren. Mein tägliches Gewicht erfährt nur die Waage, mein Handy und (wenn sie ganz lieb zu mir ist) auch meine Frau. Und für alle anderen: ja irgendwo zwischen 65 und 90 kg. Und wenn ich mir in 40 Jahren mal wieder eine Personenwaage kaufe, dann bekommen die Datenkraken wieder kein Geld von mir. Eher hole ich die Waage von 1970 wieder aus dem Keller. Ich habe sie nämlich aufgehoben. Man weiss ja nie…🙂


Lernstick-Klassenraumverwaltung mit Epoptes

März 31, 2013

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich einen Artikel über Klassenraumverwaltung mit iTALC geschrieben habe. Obwohl iTALC unglaublich viele Funktionen bietet, ist dessen Einrichtung via Schlüsselerzeugung und -verteilung leider ziemlich kompliziert. Aus diesem Grund haben wir in der aktuellen, auf Debian 7 basierenden Lernstick-Version zusätzlich eine deutlich einfachere Alternative vorinstalliert: Epoptes (siehe http://www.epoptes.org).

Obwohl Epoptes viel einfacher als iTALC ist, sind trotzdem noch ein paar einfache Handgriffe notwendig, um es erfolgreich einsetzen zu können. Zunächst muss das Programm auf dem Lernstick der Lehrperson gestartet werden. Dazu klickt man zuerst auf den Menüpunkt „Aktivitäten“ links oben, dann auf „Anwendungen -> Internet -> Epoptes“:

Epoptes_Start

Damit die Schülerinnen und Schüler sich auf den Computer der Lehrperson verbinden können, muss die Lehrperson zunächst wissen, unter welcher IP-Adresse der eigene Computer erreichbar ist. Das bekommt man am einfachsten durch das Aufrufen der Netzwerkeinstellungen heraus. Dazu klickt man zuerst auf das Netzwerksymbol oben rechts in der Statusleiste und dann auf den Menüpunkt „Netzwerkeinstellungen“:

Netzwerk_1

Im sich daraufhin öffnenden Fenster kann man die IP-Adresse des eigenen Rechners leicht ablesen:

Netzwerk_2

Damit man das nicht immer wieder machen muss, sollte man seinen Netzwerkadministrator darum bitten, die MAC-Adresse des eigenen Computers so im DHCP-Server des lokalen Netzwerkes zu hinterlegen, dass der eigene Computer immer die gleiche IP-Adresse erhält.

Die IP-Adresse des eigenen Computers teilt man seinen Schülerinnen und Schülern mit. Diese starten daraufhin „Aktivitäten -> Anwendungen -> Dienstprogramme -> Terminal“ und geben den Befehl

/usr/sbin/epoptes-client <IP-Adresse des Computers der Lehrperson>

ein. Daraufhin erscheinen die Computer der jeweiligen Schülerinnen und Schüler im Epoptes-Fenster der Lehrperson und können von dort aus verwaltet werden:

Epoptes

Wenn man für den Computer der Lehrperson eine feste IP-Adresse hat und es seinen Schülerinnen und Schülern nicht zumuten möchte, die Verbindung immer wieder manuell in einem Terminal aufbauen zu müssen, kann man dies auch automatisieren. Dazu muss man auf den Lernsticks der Schülerinnen und Schüler folgenden Befehl ausführen:

sudo gedit /etc/default/epoptes-client

Dann muss die Zeile

#SERVER=server

in

SERVER=<IP-Adresse des Computers der Lehrperson>

geändert werden und die Datei mit dieser Änderung abgespeichert werden. Dann verbinden sich die Computer der Schülerinnen und Schüler nach dem Hochfahren automatisch mit dem Computer der Lehrperson.

Mehr Informationen zu den einzelnen Funktionen von Epoptes können dessen Homepage entnommen werden: http://www.epoptes.org


Der Weihnachtsmann in der Erdnuss

Dezember 28, 2012

Was schenkt man (oder Mann :-))  sich bloss zu Weihnachten, wenn man zwei kleine neugierige Töchter hat und sich selbst für Wissenschaft und Technik begeistert? Barbiepuppen? Uäh, bloss nicht… Elektrische Eisenbahn? Langweilig… Lego? Haben wir schon und ist (leider) zu „Puzzeln nach Anleitung“ verkommen… Nein, Weihnachten 2012 gab es für uns ein *tada!* digitales Mikroskop!

Wir hatten unseren Töchtern schon im Sommer ein paar Beobachtungsgläser gekauft, in denen man z.B. eingefangene Insekten von allen Seiten mit verschiedenen Lupen betrachten kann. Leider lässt die Vergrösserung der Lupen sehr zu wünschen übrig, so dass viele der spannenden Details überhaupt nicht erkennbar sind.

Bei der Auswahl des Mikroskops habe ich mich für ein Dino-Lite AM-4013MZTL entschieden, da es eine gute Auflösung (1280×1024 Pixel), eine variable Vergrösserung (stufenlos zwischen 10-fach und 90-fach), einen langen Arbeitsabstand, ein stabiles Aluminiumgehäuse und vor allen Dingen eine Standard-UVC-Schnittstelle bietet. Die UVC-Schnittstelle garantiert, dass das Mikroskop ohne Spezialtreiber einfach so funktioniert und damit auch unter Linux und speziell auch mit dem lernstick einsetzbar ist. Das Mikroskop alleine nützt allerdings nicht viel, man benötigt unbedingt noch ein gutes Stativ. Ich habe mich für das MS36B entschieden, da es sehr stabil ist und sehr fein justiert werden kann.

Vor ein paar Tagen hatten wir mal wieder gemeinsam eine Ladung Erdnüsse gefuttert als meine grosse Tochter plötzlich sagte: „Schau mal Papa, in meiner Erdnuss ist der Weihnachtsmann!“. Erst hatte ich überhaupt nicht begriffen, was sie sich nun wieder für eine Fantasie zusammenspinnte, doch dann sah ich es auch: Der Keimling sieht aus wie ein Kopf mit Kapuze und Rauschebart!

Nachdem wir nun endlich das Mikroskop ausgepackt und in Betrieb genommen haben, konnten wir den Weihnachtsmann in der Erdnuss unter „die Lupe nehmen“. Und siehe da, mit ein bisschen Fantasie und der Hilfe von GIMP sieht man es sogar ganz deutlich:

Erdnuss-Weihnachtsmann_original Erdnuss-Weihnachtsmann_rot

Die Nuss haben wir übrigens ohne schlechtes Gewissen trotzdem gegessen.🙂


lernstick-Tablet

Juli 27, 2012

Seit einiger Zeit sind Tablets das neue Hype-Thema. Wir hatten schon immer mit dem Gedanken gespielt, den lernstick mal auf einem Tablet auszuprobieren. Aber leider sind die iPads von Apple komplett verrammelt, so dass man dort Alternativen nicht sinnvoll einsetzen kann. Auch bei den wesentlich offeneren Android-Geräten besteht immer noch das Problem, dass man nicht einfach selbst eine neue Android-Version oder sogar ein ganz anderes Betriebssystem, wie z.B. Linux, installieren kann. Klar, wenn man in der Lage ist, sein Android-Gerät zu jailbreaken, geht so einiges mehr, aber das liegt wohl ausserhalb der Möglichkeiten von „normalen“ Schulen. Die nächste Hürde ist, dass die meisten Tablets bisher mit ARM-Prozessoren ausgestattet sind, die nicht mit Intel- oder AMD-Prozessoren (die in Desktops und Notebooks Standard sind) kompatibel sind. Der lernstick ist allerdings auf einen Intel-kompatiblen Prozessor angewiesen.

Lange Zeit waren keine brauchbaren Tablets mit Intel-Prozessoren verfügbar. Doch das hat sich nun geändert. Vor kurzem habe ich von Intel selbst ein paar Tablets zur Verfügung gestellt bekommen. An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an Intel! Am besten hat der Samsung Series 7 Slate PC funktioniert. Hier nun eine kleine Anleitung, wie man den lernstick auf diesem Tablet verwendet:

Start/Installation

Von vorne betrachtet, fällt der kleine viereckige Home-Button am Tablet-Rand auf:

Auf der rechten Seite ist die Rotationssperre und der Ein/Aus-Schalter:

Auf der linken Seite ist der USB-Anschluss und die Knöpfe für Laut und Leise:

Das Schöne am Samsung Series 7 Slate PC ist, dass er ein ganz „normaler“ Computer ist. Man kann also dieses Tablet auch einfach von einem USB-Stick, wie dem lernstick oder auch jedem anderen beliebigen USB-Stick mit einem Linux drauf, starten. Dazu muss  zuerst der Stick in den USB-Anschluss gesteckt werden, dann der Ein/Aus-Schalter und anschliessend kurz der Home-Button gedrückt werden. So wird man von einem einfachen Bootmenü begrüsst:

Durch Drücken auf die Laut- und Leise-Tasten kann man den lernstick auswählen und den Bootvorgang durch Drücken der Rotationssperre starten. Und schon begrüsst einen das lernstick-Bootmenü:

Auch hier kann man wieder mit den Laut- und Leise-Tasten die Auswahl im Bootmenü bewegen und durch Drücken der Rotationssperre auswählen.

Möchte man die Bootreihenfolge des Tablets dauerhaft so umstellen, dass zuerst versucht wird, vom USB-Port zu starten, muss man an den USB-Port eine Tastatur anschliessen. Noch komfortabler ist die Verwendung des Docks, das es als Zubehör zum Tablet gibt. Das Dock ist einerseits eine einfache Möglichkeit, das Tablet aufzustellen, andererseits bietet es auch noch einige weitere Anschlüsse (Strom, Ethernet, HDMI, zweiter USB-Anschluss, Kopfhörer):

Aufgestellt (mit der USB-Tastatur) sieht das dann so aus:

Um ins BIOS des Tablets zu gelangen, muss man beim Einschalten den Home-Button gedrückt halten. Wenn das BIOS erschienen ist, kann man mit der rechten Pfeiltasten bis zum Reiter „Boot“ wechseln, dort mit Enter den Eintrag „Boot Device Priority“ auswählen, mit der Pfeiltaste nach unten bis zum Eintrag „USB KEY“ gehen und dann immer wieder F6 drücken, bis dieser Eintrag ganz oben in der Liste steht:

Um die Einstellungen zu speichern, muss man dann noch F10 drücken und mit Enter bestätigen.

Wenn man möchte, kann man das lernstick-System auch auf die interne SSD des Tablets installieren. Das hat einige Vorteile:

  • Man braucht keinen USB-Stick mehr.🙂
  • Das Tablet startet von SSD viel schneller als vom USB-Stick.
  • Das Tablet kann in den Ruhemodus versetzt werden (und muss so gegebenenfalls gar nicht mehr hoch- oder heruntergefahren werden).
  • Die Oberfläche kann speziell auf die Tabletbenutzung konfiguriert werden.

Tablet-Anpassungen

Eine auf das Tablet installierte lernstick-Umgebung sieht dann zum Beispiel so aus:

Damit man die lernstick-Oberfläche auf dem Tablet sinnvoll einsetzen kann, braucht man zunächst einmal eine virtuelle Tastatur. Die kann man im Startmenü unter „Dienstprogramme -> Virtuelle Tastatur“ starten:

Man kann die Tastatur beliebig auf dem Bildschirm platzieren, indem man sie irgendwo an einem schwarzen Bereich antippt und zieht. An der unteren rechten Ecke kann die Grösse der Tastatur beliebig eingestellt werden. Mit den grünen Pfeilen auf der rechten Seite kann noch ein zusätzlicher Nummernblock mit Pfeiltasten ein- und auch wieder ausgeblendet werden. Falls die Tastatur einmal nicht mehr sichtbar ist, kann man sie jederzeit wieder einblenden, indem man das Tastatursymbol unten rechts im Systemabschnitt der Kontrollleiste antippt.

Die Grösse der Symbole, Fensterumrandungen und -knöpfe ist beim lernstick auf die Bedienung mit Maus und Tastatur optimiert und damit für die Fingerbedienung auf einem Tablet eher ungeeignet. Das kann man jedoch leicht anpassen, indem man im Startmenü „Recher -> Systemeinstellungen“ startet, dort unter „Erscheinungsbild -> Symbole“ den Reiter „Erweitert“ auswählt, dort den Eintrag „Hauptwerkzeugleiste“und dann die Grösse anpasst, z.B. auf den Wert 48 setzt:

So lassen sich die Symbole in den Werkzeugleisten sehr angenehm mit dem Finger bedienen.

Wenn man die Fenster mit dem Finger bewegen oder deren Grösse anpassen möchte, so benötigt man noch einen breiteren Fensterrahmen. Dazu muss man unter „Fenster“ die Umrandungs- und Knopfgrösse anpassen, z.B. auf den Wert „Riesig“:

Die Grösse der Desktop-Icons lässt sich auch anpassen. Dazu muss man zuerst das kleine „Werkzeugkasten“-Symbol oben rechts und dann den Eintrag Einstellungen für „Aktivität Ordner-Ansicht“ antippen:

Dann öffnet sich ein Fenster, in dem man im Bereich „Anzeige“ mit einen Schieberegler die Grösse der Desktop-Icons von „Klein“ nach „Groß“ beliebig ändern kann:

Ruhezustand

Das Tablet bootet zwar extrem schnell, jedoch ist man als Tabletbenutzer das sogenannte „Instant-On“ gewöhnt. Wenn man das Tablet zur Hand nimmt, soll es also sofort an sein und nicht erst hochfahren müssen. Auch das lässt sich in der lernstick-Oberfläche sehr einfach konfigurieren. Dazu muss man das Batteriesymbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste unten rechts antippen:

Daraufhin öffnet sich das Fenster zur Energieverwaltung, in dem mit dem Schraubenschlüssel-Symbol unten rechts auch die Energieprofile angepasst werden können:

Sehr wichtig ist, dass im Bereich „Allgemeine Einstellungen“ der Punkt „Bildschirm nach Ruhezustand sperren“ nicht ausgewählt wird! Sonst müsste man nach dem Anschalten ein Passwort eingeben, was mangels virtueller Tastatur im Passwortdialog nur mit einer USB-Tastatur möglich wäre…

Unter dem Punkt „Profile ändern“ sollte man nun bei sämtlichen Profilen (Powersafe, Performance, …) die Auswahl bei „Wenn Ausschalt-Knopf gedrückt wird“ auf „Ruhezustand“ ändern:

Wenn man nun im laufenden Betrieb den Ausschalt-Knopf drückt, wird das Tablet sofort in den Ruhezustand versetzt. Dieser ist sehr stromsparend, so dass man das Tablet in diesem Zustand einfach liegenlassen kann. Der Ladestand der Batterie unseres Testgerätes liess so nur ungefähr 10% pro Tag nach. Wenn man das Tablet dann einmal benötigt, kann man einfach den Ein/Aus-Schalter drücken und es ist sofort wieder betriebsbereit.

Das lernstick-System ist auf dem Tablet dann so einfach zu bedienen, dass sogar meine 3-jährige Tochter damit wunderbar klarkommt. Auf diesem Youtube-Video kann man sich davon überzeugen:
http://www.youtube.com/watch?v=gqkoa0zPEr4


lernstick-Klassenraumverwaltung mit iTALC

März 30, 2012

Einige Lehrpersonen, die mit dem lernstick unterrichten, haben sich von uns eine Lösung zur Klassenraumverwaltung gewünscht. Das bekannteste Programm dazu in der Welt der Freien Software ist iTALC. Mit diesem Programm können Lehrpersonen die Bildschirme der SchülerInnen beobachten, fernsteuern, sperren, eine Demo zeigen, an-/ausschalten und noch vieles andere mehr.

Die Installation unter Debian-basierenden Distributionen ist denkbar einfach: Auf den lernsticks der SchülerInnen muss das Softwarepaket „italc-client“ installiert werden und auf den lernsticks der Lehrpersonen das Softwarepaket „italc-master“. Damit beide Programme auch im Startmenü erscheinen, haben wir für den lernstick noch das Paket „lernstick-italc“ erstellt, das ebenfalls installiert werden sollte. In der nächsten lernstick-Version werden alle diese Softwarepakete sogar schon vorinstalliert sein, so dass die nachträgliche Installation dann nicht mehr notwendig sein wird.

Da der Zugriff auf die Computer der SchülerInnen nur über einen Schlüssel möglich ist, muss die Lehrperson zuerst das entsprechende Schlüsselpaar erzeugen. Dazu muss im Startmenü „System -> Terminal“ geöffnet und folgender Befehl eingegeben werden:

sudo ica -createkeypair

Das durch diesen Befehl erzeugte Schlüsselpaar besteht aus dem privaten Schlüssel, der nur für die Lehrperson selbst zugänglich sein soll, und dem öffentlichen Schlüssel, der auf die lernsticks aller SchülerInnen verteilt werden muss. Nach der Ausführung des obigen Befehls sind beide Schlüssel jedoch aus Sicherheitsgründen nur für den Systemadministrator lesbar. Damit die Schlüssel auch für die Lehrperson lesbar sind, muss folgender Befehl eingegeben werden:

sudo chmod 644 /etc/italc/keys/public/teacher/key /etc/italc/keys/private/teacher/key

Der öffentliche Schlüssel, der in der Datei /etc/italc/keys/public/teacher/key abgelegt ist, muss nun auf die lernsticks der SchülerInnen (im gleichen Pfad!) verteilt werden. Dazu kann man sich verschiedener Methoden bedienen. Entweder legt man den öffentlichen Schlüssel auf einem Netzwerkspeicher (Dateifreigabe im lokalen Netzwerk, Webdienste, …) ab, so dass sich alle SchülerInnen den öffentlichen Schlüssel selbst herunterladen können, oder man kopiert den Schlüssel manuell vom lernstick der Lehrperson auf die jeweiligen lernsticks der SchülerInnen. Da man zum Kopieren des Schlüssels in den Pfad /etc/italc/keys/public/teacher/key Administrationsrechte benötigt, muss man zum Kopieren auch im Startmenü „System -> Dateimanager mit Administratorrechten“ starten und den Kopiervorgang mit diesem Dateimanager durchführen. Man muss ebenfalls darauf achten, dass die SchülerInnen den öffentlichen Schlüssel lesen können. Wenn man sich nicht sicher ist, ob beim Kopieren die Berechtigungen korrekt gesetzt worden sind, kann man auf dem lernstick der SchülerInnen folgenden Befehl in einem Terminal eingeben:

sudo chmod 644 /etc/italc/keys/public/teacher/key

Nachdem nun die Schlüssel alle richtig verteilt worden sind, müssen nun die notwendigen Softwarekomponenten gestartet werden. Sowohl die SchülerInnen als auch die Lehrperson(!) müssen dazu im Startmenü „System -> iTALC-Client“ starten. Die Lehrperson muss zusätzlich noch „System -> iTALC-Master“ starten.

Im iTALC-Master muss nun zuerst die Klassenraum-Verwaltung aufgerufen werden:

Im (noch) leeren Bereich muss dann mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufgerufen werden und der Menüeintrag „Klassenraum hinzufügen“ ausgewählt werden:

Nachdem Sie einen Klassenraum hinzugefügt haben, können Sie nun wieder mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufrufen und anfangen, die Computer der SchülerInnen hinzuzufügen:

Geben Sie mindestens die IP-Adresse und einen Namen für den Computer ein:

Wenn Sie in Ihrem Netzwerk die IP-Adressen nicht manuell sondern per DHCP vergeben, so sollten Sie darauf achten, dass der DHCP-Server den verwalteten Computern immer die gleiche IP-Adresse gibt, da iTALC die Zuordnung nur anhand der IP-Adresse vornehmen kann. Die feste Zuordnung zwischen Computer und IP-Adresse erfolgt dann mittels der MAC-Adresse der Computer im DHCP-Server. Für Details kontaktieren Sie bitte Ihren Netzwerkadministrator.

Die Computer, die Sie zum Klassenraum hinzugefügt haben, können Sie nun wieder mit der rechten Maustaste anklicken und den Menüpunkt „Zeigen/verstecken“ auswählen, um den ausgewählten Computer im iTALC-Master anzuzeigen:

Wenn Sie dann noch die Klassenraum-Verwaltung wieder einklappen, erhalten Sie so eine übersichtliche Sammlung der Miniaturansichten von allen verwalteten Computern:

Nun können Sie alle anderen Funktionen der Klassenraum-Verwaltung nutzen. Für weitere Details sehen Sie bitte in der iTALC-Dokumentation nach: http://italc.sourceforge.net/documentation.php


DOS-Partitionen mit Linux umbenennen

März 29, 2012

Die lernstick-Speichermedienverwaltung erlaubt die Installation auf beliebig viele Speichermedien. Der vollständige Name des lernstick-Standardbenutzers wird dabei automatisch auf „Debian Live user“ gesetzt. Wenn man bei der Installation zusätzlich auf jedem lernstick eine Austauschpartition anlegt, kann man deren Namen zwar festlegen, er ist dann jedoch für alle Speichermedien, die im gleichen Durchgang installiert werden, identisch. Wenn nun ein ganzer Klassensatz lernsticks in einem Durchgang produziert wird, so heissen alle Benutzer und auch deren Austauschpartition gleich. Beides ist nicht optimal, da wohl niemand wirklich „Debian Live user“ heisst und wenn mehrere lernsticks am selben Computer eingesteckt werden, so kann man sie nicht anhand der Bezeichnung der Austauschpartitionen unterscheiden.

Aus diesen Gründen wurde das Willkommensprogramm des lernsticks wurde um die Funktion erweitert, dass ein Benutzer beim ersten Start mit seinem lernstick sowohl seinen Namen als auch die Bezeichnung der Austauschpartition anpassen kann. Die Anpassung des Namens passiert dann im Hintergrund mit dem folgenden Befehl:

sudo chfn -f <neuer Name> user

Die Austauschpartition ist eine FAT32-Partition. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, die Bezeichnung einer FAT32-Partition zu ändern. Die meisten Seiten, die man im Internet zu diesem Thema findet, empfehlen den Befehl „mlabel“ aus dem Softwarepaket mtools. Dazu müsste folgender Befehl verwendet werden:

sudo mlabel -i <device> ::<neue Bezeichnung>

Leider werden bei dieser Variante alle Kleinbuchstaben in der Bezeichnung in Grossbuchstaben umgewandelt. Da die wenigsten Vor- oder Nachnamen nur aus Grossbuchstaben bestehen, erschien die Verwendung von mlabel an dieser Stelle eher ungeeignet.

Interessanterweise gibt es noch einen weiteren Befehl zur Umbenennung von FAT32-Partitionen, nämlich „dosfslabel“ aus dem Softwarepaket dosfstools. Wenn man folgenden Befehl verwendet:

sudo dosfslabel <device> <neue Bezeichnung>

kann man für die Bezeichnung, wie unter anderen Betriebssystemen gewohnt, auch Gross- und Kleinbuchstaben in beliebiger Kombination verwenden. Aus diesem Grund haben wir uns für diese Variante entschieden. Trotzdem bleibt die Einschränkung, dass die Partitionsbezeichnung nur 11 Zeichen lang sein darf. Wenn man nicht gerade stolzer Träger eines Doppelnamens ist, sollte das also reichen, ohne sich eine Abkürzung einfallen lassen zu müssen.


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